Beteiligungsverfahren Bewegungsräume Lenzsiedlung

2000 - 2002
Anwohnerbeteiligung - SPIELRAUM STADT - 'Bewegungsräume Lenzsiedlung'


"Preis Soziale Stadt 2004",
2. Platz Wettbewerb
"Flächensparende Bodennutzung FreiRaumplanung / StadtRaumplanung" der
Finanzbehörde Hamburg,
"Ort im Land der Ideen 2004"
"Netzwerk Nachbarschaft 2004"


Auftraggeber:
Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) und Bezirk
Hamburg-Eimsbüttel - Management des öffentlichen Raumes -

 

Ausgangssituation:
Die "Lenzsiedlung" entstand nach dem städtebaulichen Leitbild "Urbanität durch Dichte" in zwei Phasen:
1976 und 1978 der südliche Teil mit 9- bis 13-geschossigen Hochhäusern und 1984 der nördliche Teil mit 3- bis 5-geschossigen Gebäuden fast ausschließlich im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus. Die Einwohnerdichte ist mit rund 3.000 Einwohnern in ca.1130 Wohnungen auf 2,5 ha rechnerisch die höchste in Hamburg.

Zum Zeitpunkt der Anwohnerbeteiligung im Jahre 2000 hatte sich ein erheblicher Instandhaltungs- und Investitionsstau sowohl im Hochbau auch im Wohnumfeld angesammelt: Die Freiräume waren stark abgenutzt und das ursprünglich vorhandene Angebote für Aufenthalt, Spiel und Bewegung war weitgehend nicht mehr vorhanden. Dieser mangelhafte Zustand prägte ganz wesentlich das negative äußere Image der Siedlung im Stadtteil und der gesamt Stadt.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche fehlten zeitgemäße attraktive Angebote im Freien, mit der Folge, dass fehlende Identifikation, Bewegungsmangel, Aggressivität und Vandalismus verbreitet waren. Aber auch die übrigen Anwohner bemängelten die fehlenden Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten im Freiraum sowie dessen allgemeine Verwahrlosung.
Der an die Siedlung angrenzende öffentliche Spielplatz war unübersichtlich, ohne attraktive Spielangebote und wurde vor allem als Hundeauslauffläche genutzt. Für die hier angrenzenden Brachflächen fühlte sich niemand zuständig, diese waren verwahrlost und vermüllt. Viele Eltern haben deshalb ihren Kindern die Nutzung des Spielplatzes oftmals verboten.

 
 

Aufgabenstellung und Vorgehensweise:


Aktivierende und aufsuchende Beteiligung der Anwohner über einen Zeitraum von über einem Jahr in Zusammenarbeit mit den gleichzeitig hier tätigen Quartiersentwicklern der Lawaetz-Stiftung. Aufsuchende Befragung aller Einwohner der Lenzsiedlung zur Emittlung der Defizite, Probleme und deren Vorstellungen.


Während der gesamten Beteiligung wurden zwei Mal pro Woche regelmäßige Beteiligungsangebote für die Anwohner in den unterschiedlichen Hausmeisterlogen der Lenzsiedlung angeboten. Zusätzlich wurde ein Sommerfest durchgeführt und alle anderen Veranstaltungen im Umfeld der Lenzsiedlung für die Beteiligung genutzt. Hier konnten Kinder und deren Eltern mit Hilfe von selbst erarbeiteten Arbeitsmodellen, Zeichnungen und Collagen eigene Vorstellungen entwickeln und präsentieren. Abschließend wurden die hierbei entwickelten Ideen bei einer Ausstellung in den Schaufernstern der Läden der Lenzsiedlung und im gesamten Innenhof präsentiert und darüber abgestimmt, was hiervon realisiert werden soll.


Mit älteren Kindern und Jugendlichen wurden "Stadtteilrundgänge" durchgeführt, um die Orte zu finden, die diese positiv oder negativ bewerten. Spielplätze und Treffpunkte für ältere Kinder und Jugendliche wurden besucht und dokumentiert. Im Rahmen einer Projektwoche der Gesamtschule Stellingen drehten die Jungendliche - jeweils Mädchen und Jungen für sich - einen Videofilm über ihre Eindrücke zur Lenzsiedlung. Gleichzeitig führten die Jugendlichen Interviews mit Anwohnern durch.  Abschließend fand eine Diskussion der Ergebnisse mit Vertretern des zuständigen Wohnungsbauunternehmens SAGA und politischen Entscheidungsträgern statt.

 

Umsetzung:


Nach der Erarbeitung und Abstimmung des Gutachtens zur Freiraumentwicklung in der Lenzsiedlung wurden die Wünsche der Anwohner bei der Neugestaltung des öffentlichen Spielplatzes und der öffentlichen Grünfläche in Julius-Vosseler-Str. 193 sowie bei der Neugestaltung der Freianlagen der Kindertagesstätte (Kita) Vizelinstr. 48 umgesetzt. Teilweise erfolgte die Realisierung durch Mitarbeit engagierter Einwohner. Zum Projekt "Lenzsiedlung" ./projekte/freiraeume/bewegungsraeume-lenzsiedlung/


Seit der Fertigstellung dieser Freianlagen ist es hier zu keinen Schäden durch Vandalismus gekommen.