Beteiligungsprozess Neumünster-West

Im Rahmen der Erarbeitung des Städtebaulichen Rahmenplans für Neumünster-West haben wir in den Jahren 2006 bis 2008 eine umfangreiche Anwohnerbeteiligung durchgeführt. Ziel dieser aktiven Beteiligung war es, mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Stadtteil, insbesondere mit Kindern und Jugendlichen, ins Gespräch zu kommen und deren Bedürfnisse und Wünsche zu erkunden.

Hierzu wurde neben den üblichen Bürgerfragestunden und öffentlichen Planvorstellungen gemeinsam mit dem ansässigen "Projekthaus" und den Schulen, insbesondere der Gesamtschule Faldera, Planungsworkshops bzw. -werkstätten, im Rahmen von Projektwochen und Stadtteilfesten durchgeführt.
Zusätzlich wurden "Stadtteilspaziergänge", jeweils getrennt nach Altersgruppen und Geschlecht, Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund, durchgeführt.

Als Resultat entstand ein "Kinder- und Jugendlichen - Stadtplan", in welchem subjektiv empfundene Angsträume, aber auch potentielle Spielmöglichkeiten aufgeführt sind. Diese Stadtteilrundgänge wurden mittels von Jugendlichen selbst hergestellten Videos und Fotos dokumentiert. So ist ein "Mädchenfilm" zu Angsträumen und ein "Jungenfilm" zu den Spielverbotszonen entstanden.

Bei den Projektwochen in der Gesamtschule Faldera und im "Projekthaus" wurden an Hand von selbstgebauten Modellen die bestehende Situation im Stadtteil ermittelt, Defizite und Lösungen diskutiert und als Endresultat die gewünschten Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten dargestellt. Alle diese Ergebnisse sind in den Städtebaulichen Entwicklungsplan Neumünster-West eingeflossen.

 
 

Kinderfest und Tag der offenen Tür im Projekthaus Neumünster im Juni 2007

 
Konkrete Defizite waren:
- kein attraktiver öffentlicher Spielplatz
- keine Streetball- bzw. Kleinspielfelder
- kein Skatepark im Quartier
- unterschiedliche Treffpunkte für sich gegenseitig ausschließende Nutzergruppen (Jugendliche, Skatergruppen, soziale Randgruppen, Frauen mit Kindern und Bewohner mit unterschiedlichen Migrationshintergründen etc.)

Die fehlenden Angebote wurden bis 2013 im Falderapark bzw. im nördlich angrenzenden Gewerbegebiet realisiert.

Ferner bestanden folgende Probleme:
- Die bauliche Situation des "Projekthauses"
- der einzigen Einrichtung der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil war sehr desolat: Das baufällige Gebäude ist inmitten von Wohnbebauung gelegen. Somit kam es zu ständigen Konflikten mit den Nachbarn. Hier war bislang die Durchführung von Veranstaltungen im Freiraum nicht möglich.
- Die Versorgung mit Kindertagesstätten entsprach nicht dem Bedarf.
- Es gab keine Beratungsangebote für Eltern und Kinder innerhalb des Stadtbereiches Neumünster-West.

In den Jahren 2016 bis 2017 wird in einem Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Sickkaserne ein neues Bürgerhaus, "Projekthaus" und Kindertagesstätte innerhalb des Stadtbereiches Neumünster-West realisiert.